Rund und gesund kehrt "Isis" in das Meer zurück
13.10.2010, 14:38 Uhr
seehund
Cuxhaven/Juist. Nachdem im Sommer die kleine Seehündin "Isis" vom Team des Forschungsschiffes "Ludwig Prandtl" vor dem Ertrinken gerettet wurde, hat sich letzte Woche mit ihrer Auswilderung der Kreis geschlossen.
Am 17. Juni des Jahres schwamm der Heuler stundenlang hinter dem Schiff her, das für Vermessungsarbeiten auf der Suche nach dem Wrack der "Gottfried" langsam durch die Nordsee fuhr. Als das Tier durch sein "Heulen" und entkräftetes Abtauchen endlich bemerkt wurde, holte es die Besatzung nach Absprache mit Experten an Bord. "Isis" junges Alter zeigte sich an der Nabelschnur, die teilweise noch zu sehen war. Das Team um GKSS, Innomar, "Natureum" und Wrackmuseum Cuxhaven schloss die Kleine sofort ins Herz und funkte noch auf See die Seehundstation Norddeich an.

Heringe von Kutterfisch

Dort hat "Isis" die letzten Monate in Gesellschaft vieler Artgenossen verbracht und wurde, nicht zuletzt dank der Patenschaft der Cuxhavener Kutterfisch Zentrale GmbH und der Besucherspenden des Wrackmuseums mit reichlich Hering aufgepäppelt.

Am 5. Oktober war es dann so weit, gemeinsam mit fünf anderen Seehunden konnte "Isis" ausgewildert werden. Von ihren Tierpflegern wurden sie in einzelne Körbe gepackt und in einen Lieferwagen verladen. Dann ging es in einer kurzen Fahrt zum Yachthafen von Norddeich, wo bereits der Kapitän des Motorbootes "Janna" auf sie wartete. Nachdem alle sicher an Bord verstaut waren, stach die "Janna" Richtung Juist in See und erreichte schon nach kurzer Zeit ihr Ziel, die Kalfamer Sandbank.

Der Weg in die Freiheit

Dort bauten die Tierpfleger ein kleines Gehege auf und setzen die Seehunde hinein, damit sie alle gemeinsam in die Freiheit entlassen werden konnten. Und tatsächlich - nachdem das Gehege entfernt worden war, zögerten die Tiere nur eine Sekunde lang, dann "robbten" sie enthusiastisch ins Wasser und genossen es sichtbar, in den Wellen zu treiben, zu tauchen und zu schwimmen.

Schon nach kurzer Zeit hatten sich die sechs Seehunde zerstreut. "Isis" allerdings schwamm noch ein paar Runden um die "Janna" herum, als wolle sie damit den Kreis von ihrer Rettung bis zur Auswilderung schließen und sich verabschieden - ehe sie wohlgenährt in ihr neues Leben in Freiheit aufbrach.

"Terra-X"- war dabei

Begleitet wurde diese Aktion nicht nur von "Isis" Paten aus Wrackmuseum und "Natureum", sondern auch von der "Terra-X"-Redaktion des ZDF. Im Rahmen des Formates "Stadt, Land, Fluss - Deutschland von oben" filmte ein Kamerateam an Bord des Schiffes und ein zweites von einem Helikopter aus. Da das Ziel, die Kalfamer Sandbank bei Juist, als Naturschutzgebiet strengen Auflagen unterliegt, durfte sie nur von den Mitarbeitern der Seehundstation betreten werden. Auch der Helikopter durfte nur in Begleitung von Peter Lienau, dem Leiter der Seehundstation, diese Gegend anfliegen. Die Sendung wird voraussichtlich im Mai 2011 vom ZDF ausgestrahlt. (cn/cew)



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